Wo: weltweit, hauptsächlich Schottland
Wann: ab 1.1.2007

Doppeltes Pagodendach Strathisla Speyside

Doppeltes Pagodendach Strathisla Speyside

Uisge beatha, das Wasser des Lebens, bei uns besser bekannt als Whisky, wird seit dem 5. Jahrhundert in Schottland gebrannt und erfreut sich bis heute einer großen Beliebtheit. Wer einmal der Faszination der vielen Nuancen eines guten Whiskys erlegen ist, wird immer wieder versuchen, neue Variationen dieses speziellen Getränks zu verkosten.

Wie bin ich zum Whisky gekommen?

Mich hat der Whisky-Virus am 1.1.2007 infiziert. Den Jahreswechsel 2006/2007 haben wir in einem kleinen, etwas schrägen Schlosshotel verbracht. Der Besitzer hatte sich mit dem Hotel seinen persönlichen Traum erfüllt, exzentrisch eingerichtete Zimmer, immer angezogen wie ein schottischer Earl und eine Bar mit einer überragenden Whiskysammlung.
Nach dem Feuerwerk um Mitternacht hat unser Gastgeber seine Whiskysammlung für alle Hotelgäste zum Tasting geöffnet. Ich war recht schnell begeistert von dem einen oder anderen leckeren Tropfen.
Jedes Mal, wenn ich auf diesen denkwürdigen Tag zurückblicke, kommt in mir ein wenig schlechtes Gewissen hoch. Die Barfrau an diesem Abend schenkte wohl sonst eher Bier oder Saft aus, die Whiskygläser waren auf jeden Fall dementsprechend gefüllt. Da wir den einen oder anderen Whisky nicht auf Anhieb mochten, ist an diesem Abend viel Whisky dem Ausguss preisgegeben worden. Ich kann mich zum Glück nicht mehr an alle der teilweise recht seltenen Whiskys erinnern, es war aber der eine oder andere dabei, den man heute nur noch teuer von Sammlern kaufen kann.

Der Abend hat mich auf jeden Fall so beeindruckt, dass ich mir gleich im Januar meine erste Flasche Single-Malt-Whisky gekauft habe, einen 10-jährigen Aberlour.

Ich möchte euch ein wenig an der Faszination dieses einerseits so simplen, aber andererseits auch so komplexen Getränks teilhaben lassen. Wer weiß, vielleicht infiziere ich hier noch den einen oder anderen mit dem Whisky-Virus.

Von den Grundlagen der Herstellung über die Vorstellung der einzelnen Whiskyregionen und der Destillerien, die mir bis jetzt in Schottland und dem Rest der Welt über den Weg gelaufen sind, bis hin zu meinen persönlichen Erlebnissen rund um das Wasser des Lebens wird hier alles Interessante über Whisky zusammengetragen.

Stills Glen Grant (c) spinagel.de

Stills in der Glen Grant Brennerei

Wie wird Whisky gemacht?

Etwas ist bei allen Whiskys gleich: die drei Ausgangsstoffe Wasser, Gerste und Hefe und der Herstellungsprozess – mälzen, schroten, maischen, gären, destillieren und lagern. Wer wissen möchte, wie der Prozess im Einzelnen funktioniert, findet hier eine detaillierte Beschreibung der Produktion eines guten schottischen Whiskys.
In der Europäischen Union darf sich eine Spirituose nur Whisky (oder Whiskey) nennen, wenn sie mindestens drei Jahre in Holzfässern gereift ist und über 40 Vol.-% Alkoholgehalt hat. Als einziger Zusatzstoff ist Zuckerkulör erlaubt, der auch oft eingesetzt wird. Wer es genau wissen will, kann es in der EU-Verordnung 110/2008 nachlesen.

Wo kommt guter Single-Malt-Whisky her?

Bei Single Malt denkt jeder natürlich erst einmal an Schottland. Hier wird je nach Region Whisky mit sehr unterschiedlichem Charakter hergestellt. Guter Single-Malt-Whisky wird aber auch in vielen anderen Ländern gebrannt, so gibt es z. B. aus Japan, Indien, Frankreich oder Schweden ausgezeichnete Destillate. Selbst in Deutschland gibt es über 50 Brennereien, die sich dem Whisky widmen. Von „netter Versuch“ bis „wow“ ist auch in unserem Land geschmacklich alles anzutreffen.

Text und Fotos: Boris Kohnke