Wo: Norderstedt, Deutschland
Wann: Mai 2014

Mit Bauchmuskelkater muss man rechnen, mit ein paar matschigen Pfützen und mit aufblitzenden Kindheitserinnerungen auch. Bereit dazu? Also los, Turnschuhe an und ab geht’s ins Norderstedter Waldstück „Große Heidekoppel“ zum Trimm-dich-Pfad.
Fuesse (c) spinagel.de
Wir gehen zu dritt, zwei Erwachsene und ein Teenager. Ein sportlicher Spaziergang am Samstagnachmittag ist geplant, kein Jogging. Wir wollen erst mal langsam anfangen. Station 1 kommt uns da sehr gelegen: Armkreisen, vor- und rückwärts. Okay, kein Problem. Schon bald schlendern wir lässig weiter, kicken nebenbei einige Tannenzapfen. So angenehm, dieser weiche Waldboden unter unseren Füßen. Wir tänzeln nur so über jede Wurzel, die sich als mögliche Stolperfalle in den Weg gelegt hat und erreichen die zweite Station. Rumpfbeugen. Easy. Als Drittes erwartet uns Kniewippen mit Armschwingen vorwärts. Helau, sind wir fit!
Rumpfbeuge (c) spinagel.de
Doch das erste Stöhnen bleibt nicht lange aus. Besonders anstrengend: Station 8 – Klimmzüge. Schon lange her, dass wir das zum letzten Mal gemacht haben. Auch nicht ohne: Station 14 – Bockspringen. Der Teenie hüpft uns leichtfüßig davon und nimmt die fünf hintereinanderstehenden Hölzer mit links. Ächz! Wir Großen können nur schlapp von unserer Steifheit ablenken, wahlweise mit „Schau mal dort, der Eichelhäher!“ oder mit „Oh, ein Schmetterling!“.
Schmetterling (c) spinagel.de
Wir sind schließlich nicht nur der Bewegung zuliebe hier, sondern auch wegen der Natur. Schon mal so viele Grüntöne gesehen? Maigrün, moosgrün, blassgrün, grasgrün. Die Blätter und Nadeln um uns herum zeigen diese Farbe in allen Schattierungen. Wenn dann noch die Sonne ihre Strahlen durch das Baumdach wirft und einen besonders schönen Farn oder einen Ameisenhügeln anleuchtet, ist das jedes Mal ein Grund, innezuhalten und zu staunen. Die sportliche Herausforderung bleibt trotzdem …
Trim Dich Pfad (c) spinagel.de
Endlich, an Station 20 können wir Erwachsenen wieder punkten. Wenn auch nur mit unserem Gewicht. Ein Rad soll hangelnd über eine Schiene vorwärts bewegt werden. Kein bisschen einfach, aber es gelingt – wenn man die schmerzenden Finger ignoriert und das Gefühl, ein berstender Kartoffelsack zu sein. Als Entschädigung ist die letzte Station, Nummer 21, mit etwas Konzentration für alle gut zu bewältigen: Balancieren auf ungerader Strecke.
Balancierbalken (c) spinagel.de
Gut durchgelüftet, mit ein paar Schwielen an den Händen, gehen wir die letzten paar Schritte zum Parkplatz am Kirschenkamp. Der Blick auf die Uhr lässt uns staunen. Knapp zwei Stunden haben wir im Wald verbracht. Laufend, lachend, uns lockernd. Schön war’s!

Text: Petra Nickisch, Mai 2014
Fotos: Boris Kohnke

Outdoor Fitness

Aus den 1970er-Jahren hat sich die Idee der Trimm-dich-Pfade bis ins Heute gerettet. Mal mehr, mal weniger gut gepflegt sollen sie jedermann zu Fitness-Übungen im Freien anregen. Ihre Ausstattung reicht dabei von einfachen, erklärenden Holzschildern bis zu modernen Edelstahlgeräten, wie sie zum Beispiel seit ein paar Jahren an der Joggingstrecke um Hamburgs Alster oder an der Strandpromenade in Scharbeutz stehen. Der Gebrauch der Geräte ist kostenlos. Unter www.trimm-dich-pfad.com sind der Norderstedter Pfad und weitere Parcours in Deutschland aufgeführt.