Reise-Irrtümer

Fast jeder hat seine Vorurteile was fremde Reiseländer angeht. Franzosen sind hochnäsig, in Schweden regieren die Mücken, Brasilien ist nur was für Todesmutige – könnten sie lauten. Und einmal benannt, bleiben sie meistens auch so bestehen, denn wer mag schon Moskito- oder gar Messerstiche riskieren, nur um ein Vorurteil aus der Welt zu räumen?

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Die Autorin Nele-Marie Brüdgam wollte es genauer wissen. Für ihr „Kleines Lexikon der Reise-Irrtümer“ hat sie sich auf die Suche nach den häufigsten Fehlannahmen rund um das Reisen begeben, sie gesammelt, seziert – und gründlich widerlegt. „Auf den Azoren ist immer Hochsommerwetter? Keineswegs.“ sagt Brüdgam. „Venedig stinkt, ist völlig überteuert und viel zu touristisch? Zum Glück nicht. Wer Billigflüge verpasst, bekommt kein Geld zurück? Doch!“

In 73 Kapiteln teilt die erfahrene Reisejournalistin ihr Profi-Wissen mit ihren Lesern. Sie klärt nicht nur über die Feinheiten des Jetlags, die guten Gründe für Whale watching und das Lieblingsreiseland der Deutschen auf, sondern gibt auch praktische Tipps zur Verständigung (nicht überall auf der Welt bedeutet der nach oben gestreckte Daumen „super“), zur Sicherheit oder zur Kostensenkung.

Reisen bildet. Reiselexikon lesen auch. Denn wer es in diesem Leben nicht mehr selbst bis nach Makaronesien, Myanmar oder zu den Maori schafft, kann getrost Brüdgams Recherchen vertrauen. Auf Vico Torrianis „Kalkutta liegt am Ganges“ fällt nach diesem Buch auf jeden Fall keiner mehr rein …

Text: Petra Nickisch, www.lichttexte.de
Foto: Eichborn Verlag

Lieblings-Kapitel

McDonald’s kennen alle. Und wahrscheinlich gehen die meisten Menschen davon aus, dass die Fastfood-Kette auf der ganzen Welt die gleichen Snacks anbietet. Stimmt aber nicht, schreibt Nele-Marie Brüdgam im 43. Kapitel. Die indischen Hindus lieben ihren Chicken Maharaja Mac, in Ägypten bestellt man den McArabia mit Fladenbrot und eigens für Japan wurde der Teriyaki-Burger kreiert.