Wo: Oslo
Wann: Februar 2016

Eigentlich geht es nach Tromsö. Da die Flüge ab Hamburg aber immer über Oslo fliegen, nutzen wir die Gelegenheit, unseren 5-stündigen Zwischenstopp mit einem kleinen Stadtbummel zu verbinden. Der Flughafen Gadermoen ist gut 50 Kilometer vom Osloer Stadtzentrum entfernt. Das ist aber kein Problem, da uns der Flytoget, die Osloer Schnellbahn, in knapp 20 Minuten zum Hauptbahnhof von Oslo bringt.

Flytoget Oslo

Von den Drehtüren des Bahnhofs zur Osloer Oper ist es nur ein Katzensprung. Das im wahrsten Sinne des Wortes schräge Gebäude ist ein Muss für jeden Oslo-Besucher. Das Dach ist auf beiden Seiten des Hauses bis zum Boden heruntergezogen und für Besucher frei zugänglich.

Oper Oslo copyright spinagel.de

Wer die schiefe Ebene des Daches besteigt hat von oben einen guten Überblick über den Hafen, die Dauerbaustelle vor der Oper und die Glasskulptur hun ligger (Sie lügt). Wie ein bizarres, gestrandetes Gewächshaus liegt das von Monica Bonvicini gestaltete Objekt im Hafenbecken direkt zu Füssen des Opernhauses. Das Glasgebilde ist eine dreidimensionale Interpretation des Gemäldes „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich. Je nach Tide und Sonnenstand werden immer wieder andere Facetten der 12 Meter hohen Skulptur sichtbar. Ein ergiebiges und interessantes Fotoobjekt.

hun ligger

Auf unserem weiteren Weg in Richtung Akershus fällt uns ein Tesla Model S auf. Den hat bis jetzt noch keiner von uns Live gesehen. 50 Meter weiter, auf der Brücke zum Haupttor von Akershus stehen zwei weitere nebeneinander und saugen friedlich ihren Strom aus den Elektrozapfsäulen. Im Laufe unseres kurzen Ausfluges werden wir noch etliche Elektroautos, davon bestimmt 10 Teslas, sehen. Elektromobil sind die Norweger uns zumindest in Oslo um einiges voraus.

Elektroautos in Oslo copyright spinagel.de

Weiter geht es in einer kleinen Schleife über die schon im 13, Jahrhundert erbaute Festung Akershus. Nach einer wechselvollen Geschichte dient die Stadtburg von Oslo heute als Repräsentationsgebäude für das norwegische Königshaus, wird teilweise militärisch genutzt und beherbergt zwei Museen. Wir genießen nur kurz den Ausblick von der Befestigungsmauer am Sydfløyen, dem Südflügel der Anlage.

Festung Akershus copyright spinagel.de

Bei herrlichstem Wintersonnenwetter ist von dort schon die bunte vordere Häuserzeile von Aker Brygge, unserem nächsten Ziel, zu sehen.

Nachdem selbst unsere alteingesessene Fluggesellschaft SAS die Verpflegung auf Kurzstrecken gestrichen hat, überkommt uns alle auf dem Weg ein deutliches Hungergefühl. Freundlich strahlen uns auf dem Brynjulf Bulls plass zwei Foodtrucks an. Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist.

Gogrilla Foodtruck Oslo copyright spinagel.de

Wir haben noch kein Geld getauscht, aber das ist kein Problem. In Norwegen kann man sogar bei einem mobilen Imbiss per Kreditkarte bezahlen. Auch hier sind uns die Norweger technisch wieder etwas voraus. Wir warten exakt die 7 Minuten, die auf einer Tafel am blauen Gogrilla-Bus für eine Burgerbestellung angekündigt werden. Die Wartezeit hat sich auf jeden Fall gelohnt, für uns ist der Austin-Burger, der beste Burger in ganz Oslo.

Burger in Oslo copyright spinagel.de

Frisch gestärkt geht es nach Aker Brygge. Auf dem Gelände der bis 1982 betriebenen Werft ist inzwischen ein Einkaufs-, Büro, Vergnügungs- und Büroviertel entstanden.

Aker Brygge 2 Oslo copyright spinagel.de

Alles friedlich und stylish miteinander vereint. An der Spitze bewundern wir noch den Sonnenuntergang hinter der türkis-roten Anker-Skulptur.

Aker Brygge Spitze 3 Oslo copyright spinagel.de

Dann müssen wir uns auch beeilen um wieder den Flytoget zu bekommen, der uns zurück zum Flughafen Gardermoen bringt. Kurz noch ein Blick nach links auf den alten Westbahnhof der norwegischen Hauptstadt. Dort wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, der Friedensnobelpreis verliehen.

Vestbanestsionen Oslo cpyright spinagel.de

Am Flughafen angekommen, müssen wir doch noch eine Stunde auf unseren Flieger warten, der uns weiter zu unserem eigentlichen Ziel Tromsø bringen soll.

Text und Fotos: Boris Kohnke, Februar 2016

Aker Brygge

Aker Brygge liegt auf dem ehemaligen Werftgelände der 1854 gegründeten Akers mekaniske verksted AS. Nach deren Schließung 1982 entstand bis 1998 ein neues Stadtviertel von Oslo, das 6000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 900 Menschen bietet. Die Büroflächen zählen zu den weltweit teuersten.

Für Besucher von Oslo sind aber sicherlich die unzähligen Restaurant und Nachtclubs oder die Shopping-Mall der Hauptanziehungspunkt. Von der äußersten Spitze des Viertels kann man aber auch entspannt der Sonne beim Untergehen und den Kreuzfahrtschiffen beim Einlaufen zusehen.