Wo: Lüneburg
Wann: Dezember 2015

Weihnachtsmarkt entspannt. Das gibt es? Ja, selbst erlebt, in Lüneburg. Wer sich alljährlich im Advent über den Hamburger Rathausmarkt schieben lässt, das aufgeregte Geschubse in Nürnberg kennt oder gar das Gedrängel in der Leipziger Innenstadt erlebt hat, wird meine Behauptung kaum glauben können.

 

Weihnachtsmarkt Lüneburg Rathaus (c) spinagel.de

Doch denkt euch, ich habe das Christkind gesehen. Auch Märchenfiguren, einen riesigen Adventskranz, Schneemänner aus Marzipan, beleuchtete Giebel, herrlich geschmückte Weihnachtsbäume. Und alles konnte ich mir in Ruhe anschauen.

Weihnachtsmarkt Lüneburg am Rathaus (c) spinagel.de

Lüneburg weist in seinem Programmheft zur Vorweihnachtszeit (Download hier) gleich vier Weihnachtsmärkte aus. Den größten vorm Rathaus, der täglich um 16 Uhr vom Weihnachtsmann besucht wird, dann den kleineren Weihnachtswald an der St. Johanniskirche und den ganz kleinen Vier-Stände-Markt im Innenhof des Café News. Okay, ich gebe zu, hier kann es gegen Abend etwas eng werden. Doch das fällt eher unter kuschelig und wärmend.

Weihnachtsmarkt Lüneburg (c) spinagel.de

Der vierte „Historische Christmarkt“ war nur am Nikolaus-Wochenende zu Füßen der St. Michaeliskirche aufgebaut. Am 5. und 6. Dezember 2015 versetzten die Mitwirkenden alle Altstadt-Besucher für einige Stunden zurück in die Renaissance, mit Bienenwachskerzen, Holzkohleöfen und flanierenden Händlern.

Weihnachtsbahn Lüneburg Rathaus (c) spinagel.de

Diesen Nikolaus-Markt haben wir leider um einige Tage verpasst. Ebenso den Trompeter Martin Leupold, der jeden Tag um 16.45 Uhr auf dem Rathausbalkon musizieren soll. Auch das tägliche Chorprogramm um 17 Uhr ist uns entgangen. Mein Freund und ich haben uns einfach treiben lassen. Hier noch ein Weihnachtsgeschenk gekauft, da noch einen Eierpunsch getrunken. Ganz ohne Hektik, ganz ohne Termine. So wie es sein soll. Nur die Märchenmeile hatte ich fest auf dem Zettel.

Weihnachtsmarkt Lüneburg Geschichten (c) spinagel.de

An den zwölf über die Innenstadt verteilten Märchenhütten haben die Kinder schnell raus, auf welchen Schalter sie drücken müssen, damit ihnen Aschenputtel oder Das tapfere Schneiderlein über den Lautsprecher vorgelesen wird. Aber Achtung: beim linken Knopf ertönt die jeweilige Geschichte komplett auf Plattdeutsch. Schneewittchen ist dort eine Deern und bei Frau Holle ruft der Appelboom: „Schüddel mi, schüddel mi!“ Denn die Äpfel sind alle reif, wie die Kleinen über den rechten Hochdeutsch-Knopf erfahren können.

Marktplatz Lüneburg (c) spinagel.de

Lüneburg zeigte sich an diesem Montag in der Vorweihnachtszeit gemütlich. Keine Überfüllung, keine Schlangen. Dafür einladend helle Türen und Tore sowie einer der größten Adventskränze Europas. Auf rund 60 Metern Höhe strahlen seine 24 Kerzen. Wie eine Krone sitzt der 1,5 Tonnen schwere Alu-Kranz auf dem Wasserturm, Bei der Ratsmühle 19.

Alter Kran Lüneburg (c) spinagel.de

So lassen die Lüneburger ihre Gäste auch jenseits der Weihnachtsmärkte nicht im Dunkeln stehen. Beim Abschiedsbummel zum „Alten Kran“ reflektieren die Lichter der Hansestadt vielfältig in der Ilmenau. Doch die riesigen Scheinwerfer beim Hotel Bergström, sind die nicht ein bisschen übertrieben? Ach so, Dreharbeiten zur Telenovela „Rote Rosen“. Als Filmkulisse macht sich das romantisch beleuchtete Lüneburg natürlich besonders schön.

Text: Petra Nickisch, Dezember 2015
Fotos: Boris Kohnke

Weihnachtsmärkte

Bis zum 23. Dezember 2015 sind die Lüneburger Weihnachtsmärkte vorm Rathaus und vor der St. Johanniskirche geöffnet. Im Innenhof des Café News wird noch bis zum 30. Dezember weitergefeiert, mit Feuerzangenbowle und Glühwein aus dem Moseltal. Viele Tipps und Termine zur „Weihnachtsstadt Lüneburg“ hält auch die Webseite der Lüneburg Marketing GmbH bereit.