Wo: Heiligenhafen
Wann: Juli 2014

Hula-Hoop-Reifen auf der Seebrücke, Gipshände am Strand, ein stählernes Seeungeheuer im Binnensee. Gehören die hierher? Bei einem Bummel durch das Ostseebad Heiligenhafen haben diesen Sommer sicher schon einige Urlauber die Stirn gerunzelt: Dicht entlang der Spazierstrecke vom Marktplatz bis zur neuen Erlebnis-Seebrücke zeigen 17 Künstler für drei Monate ihre „outdoor art“.

Sonne (c) spinagel.de
„Heiligenhafen Installation Parcours – hip(4)“
heißt das Projekt des Kunstvereins Wagrien, das in unterschiedlicher Form die vier Elemente Wasser, Wind, Sand und Sonne in den Vordergrund stellt. So folgt auf das erste Stirnrunzeln stets ein zweiter neugieriger Blick und bald auch das Suchen der zum Kunstobjekt passenden Infotafel. Denn die Veranstalter lassen die Betrachter nicht mir ihrer Verwunderung allein, sondern klären auf Deutsch und Englisch auf, welche Idee und welcher Künstler hinter der jeweiligen Skulptur steckt.

Der Schrei (c) spinagel.de
Jörn Konrads „Sonne“ (Foto oben) scheint auf das graue Kopfsteinpflaster des Marktplatzes. 200 Robinien-Stäbe hat der gelernte Theatertischler strahlenförmig zu einem auffälligen Holzball angeordnet, der sich im Laufe der Zeit – Wind, Sonne und Regen ausgesetzt – farblich verändern wird. Johanna Martin hat ihr Werk „Der Schrei“ genannt (Foto Mitte). Mit weit geöffnetem Mund ragt ein Männerkopf aus dem Wasser. Er soll an die Menschen erinnern, die schwimmend versuchen, Europa zu erreichen.

Hände hoch (c) spinagel.de
Die Gipshände aus dem Workshop mit Elke Mark dienen eher dem Spaß (Foto unten). „Hände hoch“ hieß es an einem Samstag im Juni, als sie Passanten am Strand bat, einen Abguss ihrer Hände herstellen zu dürfen, den sie anschließend auf einer Platte befestigte. Wie alle anderen Ausstellungsstücke bleibt auch dieses noch bis zum Ende der gelungenen Kunst-Aktion am 30. August 2014 auf dem insgesamt rund 1,4 km langen Parcours bestehen.

Text und Fotos: Petra Nickisch, Juli 2014

Seebrücke

440 Meter erstreckt sich die Erlebnis-Seebrücke zickzackförmig von der Promenade hinein in die Ostsee. Wer zum letzten Mal als Kind in Heiligenhafen war und nun als Erwachsener wiederkommt, wird sich wundern, mit welchen modernen „Attraktionen“ das Seebad nachgerüstet hat. Die erst 2012 eröffnete Brücke, die teilweise über zwei Ebenen verläuft, gehört dazu. Auf ihr haben Spielgeräte, eine verglaste Lounge, viele Sonnenbänke und eben auch Kunst Platz.