Wo: Helsinki
Wann: Mai 2011

Finnlands Hauptstadt in zwei Tagen und acht Tassen. Ein frühlingshafter Stadtrundgang durch Cafés, Bars und Restaurants.

Samstag, 7:30 Uhr. Ankunft im Hafen Vuosaari. Nach gut 27-stündiger Fährfahrt von Travemünde nach Helsinki und zwei Nächten an Bord ist der gefällige Knick im Henkel der Frühstückstasse immer noch ein Hingucker. Die Fracht- und Passagierschiffe der Reederei Finnlines verbinden Deutschland und Finnland täglich mit entspannten Schifffahrten durch die Ostsee.
Samstag, 13:10 Uhr. Mittagspause am Crêpesstand auf dem Marktplatz (Kauppatori) zwischen Hafen und hellblauem Rathaus von 1833. Ist es draußen noch zu kalt für einen Snack im Freien, ist die gemütliche Alte Markthalle (Wanha Kauppahalli) nur wenige Schritte entfernt. Dort gibt es Lachsbrötchen oder Suppe, die wieder fit machen für einen Spaziergang zum strahlend weißen Dom am Senatsplatz.
Samstag, 14:45 Uhr. Im Café Lasipalatsi (Glaspalast), Mannerheimintie 22-24, wird loser Forsman Tee frisch aufgebrüht. Über 2,50 Euro pro Kännchen kann man nicht meckern, zumal bei grünem Tee heißes Wasser auf Wunsch nachgeschenkt wird. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich schon die großen Kaufhäuser Sokos und Stockmann. Shopping-Alarm!
Samstag, 21 Uhr. Kuksa heißt die Holztasse mit den beiden Fingerlöchern und dem Lederband. Ihr Inhalt: Kaffee mit Brandy, ein wundervoller Digestif nach Lachstartar, gebratenem Rentier und Blaubeereis im originellen Restaurant Lappi, Annankatur 22. Auf der Karte stehen weitere lappländische Gerichte wie Elchfilet oder Maränen. Ambiente und Küche sind unübertrefflich.
Sonntag, 8:35 Uhr. Schlichtes Geschirr, aber ansonsten perfektes Jugendstil-Flair. Das Hotel Seurahoune, Kaivokatu 12, liegt direkt am Hauptbahnhof. Zentral und mit einer fast 180-jährigen Geschichte begeistert es wohl jeden Tourist. 2006 erhielt das 118-Zimmer-Hotel eine Komplettrenovierung – jetzt glitzern die Kristallleuchter im Restaurant wieder.
Sonntag, 13 Uhr. Tippaleipä steht unter dem Gebäck im süß und salzig gefüllten Tresen vom Karl Fazer Café, Kluuvikatu 3. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger bestelle ich nur „one of these“. Mehr als kiitos (danke) will mir auf Finnisch noch nicht über die Zunge. Obwohl sich die Reiseleiterin gestern die größte Mühe gab, unserer Gruppe das Wort Jäätelötötterö beizubringen, auf Deutsch: Eistüte. Sie blieb erfolglos …
Sonntag, 14:45 Uhr. Ein Blick aus der Ateljee Bar im 14. Stock des Hotel Torni, Yrjönkatu 26, gehört einfach dazu. Auch wenn man keine heiße Schokolade bestellt, sondern nur die leere Tasse eines soeben gegangenen Gastes fotografiert, stört sich daran keiner. Ab 14 Uhr ist die kleine Bar mit den zwei Außenterrassen jeden Tag geöffnet, samstags schon ab 12 Uhr.
Sonntag, 16:30 Uhr. Schwarzer Tee mit Waldbeeren-Aroma. Ein Abschiedsschluck im Flughafen Vantaa muss sein. Pünktlich um 17.30 Uhr startet der Finnair-Flieger, um knapp zwei Stunden später schon wieder in Hamburg zu landen. So nah ist Helsinki? Warum war ich nicht längst schon mal da?

Text und Fotos: Petra Nickisch, Mai 2011

Vappu-Fest

Weiße Studentenmützen sind am 30. April und 1. Mai auf den Köpfen fast aller Finnen in Helsinki zu sehen. Luftballons, viel Sekt und das Fettgebäck Tippaleipä gehören auch dazu, wenn beim Vappu-Fest der Frühling begrüßt wird. Am Vorabend (30.4., 17-18 Uhr) waschen die Studenten die Brunnen-Statue Havis Amanda und schmücken sie mit einer weißen Mütze. Am Feiertag Vappu (1.5.) treffen sich alle zum Familien-Picknick im Kaivopuisto Park – bei jedem Wetter.