Wo: Harz
Wann: September 2016

6 aus 65. Was fast wie ein Lottogewinn klingt, ist meine kleine Auswahl an schönen Harzer Teichen, die wir an einem Wochenende im Spätsommer erkunden. Knapp 150 Stauteiche wurden – zusammen mit Gräben, Holzrinnen und Stollen – ab dem 16. Jahrhundert rund um Clausthal-Zellerfeld angelegt, um ihre Wasserkraft für den Bergbau zu nutzen. Die Förderung von Silber, Blei und Zink ist längst Vergangenheit, aber ein Teil der Teiche des heutigen Weltkulturerbes „Oberharzer Wasserregal“ wird noch immer genutzt – zum Spazierengehen, Angeln, Baden; in manchen Fällen auch zum Hochwasserschutz und zur Trinkwasserversorgung. Meinen Mann und mich ziehen diese herrlich spiegelnden Wasserflächen jedes Mal aufs Neue an. Und noch lange kennen wir nicht alle.

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Hasenbacher Teich
Auf der einen Seite die sonnenverwöhnte Wiese, auf der anderen Seite schattige kleine „Séparées“ unter Fichten. Am Hasenbacher findet jeder sein Eckchen. Der Teich ist leicht per Auto zu erreichen, direkt von der Bundesstraße 241, nordwestlich von Buntenbock, führt ein Schild auf den Hasenbacher-Parkplatz. Dort den rechten der beiden Fußwege nehmen und dem Badevergnügen steht nichts mehr im Wege.

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Großer Sumpfteich
Zu den „Buntenbocker Teichen“ führt uns die Nr. 4. von 22 informativen Wasserwanderwegen. Das Thema: Speicherteiche und Wasserleitungen auf dem fernen Rosenhöfer Gangzug. Wir steigen an der Pixhaier Mühle in den etwa fünf Kilometer langen Rundweg ein und müssen am Großen Sumpfteich erst mal unter einem Baum einen Regenschauer abwarten.

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Bärenbrucher Teich
Wie alle Wasserwanderwege ist auch die Nr. 4 gut ausgeschildert und mit erklärenden Schautafeln bestückt. Wir passieren den Großen Sumpfteich, dann den Ziegenberger Teich und erreichen den Bärenbrucher Teich. Eine Schutzhütte zu Beginn der Staumauer ist gleichzeitig die Stempelstelle Nr. 137 der Harzer Wandernadel. Hier legen nicht nur wir ein kleines Päuschen ein.

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Pixhaier Teich
Weiter geht der Rundweg „Buntenbocker Teiche“ zum Pixhaier Teich, an dessen Ufer ein Campingplatz liegt. Um 1674 wurde der Teich als Pixhaier Mühlenteich erbaut.

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Schwarzenbacher Teich
Als letzter Teich auf dem Rundweg zeigt sich der Schwarzenbacher Teich. Laut Schautafel staut er 184.000 m³ Wasser, bei einer Länge von 140 Metern.

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Kiefhölzer Teich
Wir haben noch lange nicht genug von den Harzer Teichen. Weiter geht’s per Auto zum Kiefhölzer Teich, nordöstlich von Clausthal-Zellerfeld. Er wird gern als besonders familienfreundlich betitelt, bestimmt auch wegen seiner fest installierten Grillanlagen. Man erreicht den Teich über die L517 Richtung Schulenberg. Zum Parkplatz dem Schild „Festenburg“ folgen und nach rund hundert Metern Fußweg durch den Wald nur noch am steinigen Ufer entspannen.

Text: Petra Nickisch-Kohnke, September 2016
Fotos: Boris Kohnke, Petra Nickisch-Kohnke

Wanderwege

Das Buch zum Teich. Mit dem Führer „Wasser-
WanderWege“ bleibt kaum eine Frage zum Oberharzer Wasserregal (beziehungsweise zur Oberharzer Wasserwirtschaft) offen. Der Autor Dr.-Ing. Martin Schmidt initiierte nicht nur die Anlage der Wasser-
wanderwege, er beschreibt die historischen Wasserbauanlagen, die lange dem Bergbau dienten, auch bis ins Kleinste. Sehr viele Detailfotos, Zeichnungen und Karten bebildern das von der Harzwasserwerke GmbH herausgegebene Buch. In Osterode am Harz, in der Tilman Riemenschneider Buchhandlung, konnten wir ein Exemplar direkt vor Ort kaufen.