Wo: Deutschland, Hamburg
Wann: November 2013

Ein „Altes Mädchen“ ist Hamburgs jüngster Zuwachs in der Brauhaus-Szene. Mit neun Fass- und knapp 60 Flaschenbieren startet es seit Anfang März in den Schanzen-Höfen durch. Seine ständig wachsende Anzahl Liebhaber weiht das Mädchen leidenschaftlich ein in die Welt der Craft Beers, den nebenan bei „Ratsherrn“ und in aller Welt handwerklich und in verhältnismäßig kleinen Mengen gebrauten Bieren.

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Industriebiere haben auf ihrem Tresen nichts zu suchen. Statt immer gleich schmeckender Massenware stellt das wählerische Schanzenmädchen lieber die Braumeister in den Mittelpunkt. Deren Geschmack und Stil zählt. Ihr Können und ihr Wissen, mit dem die Brauer alte Bier-Rezepte neu interpretieren, fast vergessene Hefen ausfindig machen und zu den spannendsten der über 100 Hopfensorten greifen.

Da kann dem Leser der 24-seitigen Bierkarte schon vor dem Alkoholgenuss schwindelig werden. Untergärig oder kaltgehopft, Trappisten oder IPA, Lakritz- oder Kirscharomen? Zum Glück steht eine Bier-Sommelière denjenigen zur Seite, die sich mit der riesigen Auswahl und den vielen neuen Begriffen heillos überfordert fühlen.

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Einen guten Einstieg bilden die beiden Tasting Trays. Für 4,40 Euro werden auf einem Tablett alle fünf Ratsherrn-Biere vom Fass (Pilsener, Pale Ale, Rotbier, Zwickel, Iggy Hop) in 0,1-Liter-Gläsern ausgeschenkt. Für 5,90 Euro enthalten die Gläser fünf unterschiedliche Craft Beers quer durch die Karte. Jetzt fehlt nur noch die passende Stulle dazu, denn frisch gebackene Brote sind die besondere Spezialität des „Alten Mädchens“. Gleich neben den Speisen mit einem gewissen Bier-Touch, wie dem mit Malzbier lackierten Roastbeef oder dem Weizenbier-Himbeer-Tiramisu.

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Am offenen Feuer schmeckt das Feierabendbier am besten. Zumindest so lange, bis die Freiluft-Saison im Hof eröffnet wird. Dort können sich alte und neue Bier-Fans dann unter Kastanien über die Craft-Beer-Bewegung austauschen, die von den USA ausgehend über den ganzen Globus schwappt. Im August stehen dazu sogar die Brauer selbst bereit, wenn sich beim „Craft Beer Day“ ein Teil der internationalen Brauerszene zum freundschaftlichen Fachsimpeln in den Schanzen-Höfen trifft. Unter Craft-Brauern gilt nämlich: weniger Konkurrenz, mehr offenes Miteinander. Sehr sympathisch.

Text: Petra Nickisch, März 2013
Fotos: Boris Kohnke

Braugasthäuser

Vier Braugasthäuser bieten in Hamburg ihre eigenen Biersorten an. Meistens stehen die glänzenden Sudkessel direkt im Lokal, Führungen sind auf Anfrage möglich.

 

Altes Mädchen
Lagerstraße 28 b, Tel. 040 / 800 07 77 50, Mo-Fr ab 12 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr, www.altes-maedchen.de

Blockbräu
Bei den St. Pauli Landungsbrücken 3, Tel. 040 / 44 40 50 00, tgl. 11-24 Uhr, www.block-braeu.de

Brauhaus Johann Albrecht
Adolphsbrücke 7, Tel. 040 / 36 77 40, tgl. 11-24 Uhr, www.brauhaus-joh-albrecht.de

Gröninger
Braukeller: Willy-Brandt-Straße 47, Mo-Fr 11 bis open end, Sa/Ft 17 bis open end, So 15-22 Uhr; Brauhaus: Zippelhaus 4, Di-Sa 17 Uhr bis open end, Tel. 040 / 570 10 51 00, www.groeninger-hamburg.de