Wo: Fuerteventura
Wann: Oktober 2015

In Deutschland hat der Herbst Einzug gehalten. Die einzig warmen Sommerwochen in Deutschland sind uns durch einen ausgedehnten Skandinavien-Urlaub durch die Lappen gegangen. Was liegt also näher, als den Sommer dort noch ein wenig zu verlängern, wo es im Oktober noch warm ist. Die Wahl fällt auf Fuerteventura. Auf der Kanarischen Ziegeninsel war ich das letzte Mal vor 10 Jahren und eigentlich kann ich mich nur an die endlosen Strände erinnern. Die Wetter-App sagt für den geplanten Reisezeitraum mindestens 28 Grad voraus. Perfekt, das nehmen wir. Ein Flug zu humanen Zeiten, ein Hotel und ein Mietwagen (ohne geht es nicht wenn man die Insel erkunden will) sind schnell gefunden. Die Buchungsbestätigung erzeugt noch einmal ein kurzes Stirnrunzeln bei mir, der Airlinecode unseres Fluges ist LLC. Nie gehört, egal solange die Airline nicht auf der schwarzen Liste steht werden wir schon ankommen.

Small Planet Airline 1 (c) spinagel.deLLC erweist sich nach einer kurzen Internetrecherche als Small Planet Airline, die in Litauen beheimatet ist. Beim Check-In frage ich den freundlichen Flughafenangestellten, der unsere Koffer wiegt und die Tickets ausstellt, seit wann Small Planet Airline ab Hamburg fliegt. Mit einem breiten Grinsen antwortet er „ab heute, der erste Flug ist vor zwei Stunden gestartet, ihr seid die zweite Tour“. Was soll schon passieren, denk ich mir. Als mein Gegenüber uns noch Viel Glück wünscht komme ich doch etwas ins Grübeln.

Small Planet Airline innen (c) spinagel.deLetztendlich hatten wir aber eine lustige Crew, die in einem sehr bunten Flieger, mit ihren interessanten Durchsagen in einem litauisch-polnisch-englisch-Mix den Flug schnell hat vergehen lassen. Nur scheinen Litauer etwas kleinere Zeitgenossen zu sein. Ich hatte mit meinen knapp 2 Metern etwas Mühe meine Beine während des Fluges zu verstauen.

Unser Flieger ist mit einer knappen Stunde Verspätung in Puerto Rosario auf Fuerteventura gelandet. Meine Bedenken während des Fluges, dass wir unseren Mietwagen nicht mehr bekommen, waren überflüssig, da ich die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und den Kanaren nicht bedacht hatte. Die betrug, genau wie unsere Verspätung, eine Stunde.

Nachdem wir den Motor des Mietwagens gestartet und die Klimaanlage voll aufgedreht haben, suchen wir das Thermometer. 26 °C um Mitternacht, das ist auf jeden Fall eine gute Voraussetzung für unsere geplante Verlängerung des Sommers.

40 Minuten später sind wir in unserem Hotel an der Costa de la Barca. Wir inspizieren alles und lauschen vor dem zu Bett gehen noch ein wenig dem Rauschen der Wellen auf unserem Balkon. Es ist stockfinster, aber die Geräusche der Wellen auf dem Sand lassen uns mit der Gewissheit einschlafen, dass wir Meerblick haben.

Quellergebüsch (c) spinagel.deAm nächsten Morgen schauen wir nach, ob der Strand so gut ist, wie wir es in Erinnerung haben. Aus der Tür, einen kurzen Weg entlang, dann nur noch durch ein größeres Quellergebüsch (für alle die Queller mit den 10 Zentimeter hohen Pflänzchen an der Nordsee verbinden, auf Fuerteventura sind das wirklich ausgewachsene Büsche) und schon sind wir am türkisblauen, klaren Atlantik.

Jandia endloser Strand (c) spinagel.deDas Ende des Strandes können wir von hier aus nicht sehen. Kein Wunder der Strand zwischen Costa Calma und Morro Jable ist gut 21 Kilometer lang. Nach einem ausgiebigen Badetag sind wir froh ohne größere Verbrennungen wieder zurück in unserem Hotel zu sein.

Strand von Costa Calma (c) spinagel.deAbends recherchiere ich noch, was man sich auf Fuerteventura so ansehen muss. Die ersten drei Ergebnisse der Suche „Sehenswürdigkeiten Fuerteventura“ sind deutlich: Jeweils 9 der 10 Topp-Attraktionen sind Strände auf der Kanareninsel. Wenn die alle so spektakulär, wie unser Hausstrand sind ist das völlig verständlich. Die nächste Woche werden wir uns also alle Strände vornehmen, die wir erreichen können.

Hier geht es weiter mit dem einsamen Südwesten der Insel.

Text: Boris Kohnke, Oktober 2015
Fotos: Boris Kohnke

Fuerteventura

Die zweitgrößte der kanarischen Inseln liegt nur 120 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt. In gut viereinhalb Stunden ist man mit dem Flugzeug dort, wo der Sommer nie aufhört. Mit einer Länge von 96 Kilometern und einer Breite von 28 Kilometern bietet Fuerteventura ausreichend Platz für die Erkundungen eines längeren Urlaubs. An manchen Stellen erinnert die Vulkaninsel an die Oberfläche des Mondes – öd, steinig und staubig. Die pulsierende Inselhauptstadt Puerto Rosario setzt dazu den passenden Kontrapunkt. Für Urlauber hat Fuerteventura trotz Massentourismus vor allen Dingen viel Platz und Ruhe zu bieten.