Wo: Deutschland, Flensburg
Wann: Dezember 2013

Letzte Station meiner kleinen Weihnachtsmarkttour in diesem Jahr ist Flensburg, die nördlichste Stadt Deutschlands.

Wir beginnen am Nordermarkt. Hier geht es im Vergleich zu Leipzig und Hamburg ruhig und beschaulich zu. Dass wir hier ganz im Norden der Republik sind, wird gleich am ersten Stand deutlich ein übergroßer Dannebrog, die dänische Nationalflagge, strahlt uns in freundlichem rot-weiß an.

Weihnachtsmarkt Flensburg Danebrog - (c) spinagel.de

Wer Dänisch versteht, ist hier klar im Vorteil, ohne Dänisch-Kenntnisse kann man sich hier nicht mit allen Weihnachtsmarktbesuchern verständigen. Mit steigendem Glühweinkonsum werden die Sprachbarrieren aber zunehmend unwichtiger.

Je weiter wir in Richtung Südermarkt vorstoßen, desto voller wird es. Am Südermarkt angekommen, stellt sich auch in Flensburg wieder das typische Weihnachtsmarktfeeling ein. Hier wird geschoben und gedrängelt und die Besucher stehen so dicht, dass man auch nach reichlichem Glühweingenuss nicht umfallen kann.

Weihnachtsmarkt Flensburg Weihnachtspyramide - (c) spinagel.de

Wir beschließen erst einmal für ein wenig Grundlage zu sorgen und versuchen, einen Platz in einem der zahlreichen Restaurants entlang der Flensburger Einkaufsmeile zwischen Nordermarkt und Südermarkt zu ergattern. Diese Idee hatten offensichtlich schon andere von Hunger Geplagte vor uns, so dass wir erst im fünften Restaurant, nach einer kurzen Wartezeit am Tresen, einen Tisch bekommen.

Nach einer ausgiebigen Beschäftigung mit griechischen Grillspezialitäten fühlen wir uns ausreichend gestärkt, um noch eine Runde über den zentralen Platz des Weihnachtsmarktes zu drehen. Auf dem Südermarkt, wo sonst jeden Mittwoch und Samstag der Wochenmarkt stattfindet, sind jetzt 50 Kubikmeter Holzhackschnitzel ausgestreut, um ein weihnachtliches Ambiente zu erzeugen. Dieses Jahr kommen die geschredderten Bäume übrigens aus der Region. Dank der letzten beiden Herbststürme Christian und Xaver herrschte in der Vorbereitungszeit kein Mangel an umgestürzten Bäumen, die den Rohstoff liefern konnten.

Unser Ziel ist der kleinste Tresen der Welt, an dem der legendäre Tallinpunsch in verschiedenen Variationen ausgeschenkt wird. Leider ist der Stand wirklich so klein, wie der Name es vermuten lässt und steht in keinem Verhältnis zu dem Andrang auf den Punsch aus Estland. Wir haben keine Chance, uns hier mit einer warmen hochprozentigen Stärkung zu vergnügen. Selbst ein Foto ist schwer zu schießen. Ab drei vor dem Stand stehenden Personen ist außer dem kleinen Schild über dem knapp 1 Meter breiten Tresen nicht mehr viel zu sehen.

Weihnachtsmarkt Flensburg kleinster Tresen der Welt - (c) spinagel.de

Also drehen wir noch eine kleine Runde, um die, auf jeden Weihnachtsmarkt obligatorische, Weihnachtspyramide und dann geht es wieder in ruhigeres Fahrwasser Richtung Nordermarkt. Hier bekommen wir für 2,50 Euro einen ordentlichen Becher Glühwein ohne Becherpfand. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier auf jeden Fall besser als in den Großstädten.

Weihnachtsmarkt Flensburg Südermarkt mit Weihnachtspyramide - (c) spinagel.de

Das erklärt auch, warum unsere dänischen Nachbarn so gerne den Flensburger Weihnachtsmarkt besuchen. Erstens ist hier mehr los als in ihrer Heimat und zweitens hatben sie die Fahrtkosten nach ein paar Glühweinen wieder raus. Im Unterschied zu der dänischen Glühweinversion Glögg fehlen dem deutschen Pendant die Rosinen und Mandelstifte. Das ist bei dem Preisunterschied aber für die meisten Dänen zu verschmerzen. Und hyggelige (= gemütliche) Stimmung gibt es auch südlich der Grenze. Nur auf das, für unsere nördlichen Nachbarn typische, Weihnachtsbier müssen sie hier verzichten.

Text und Fotos: Boris Kohnke

Flensburger Weihnachtsmarkt 2016

Wann?
21.11.2016 bis 31.12.2016, Montag bis Samstag von 10-22 Uhr

Sonntag von 11-20 Uhr,

Heiligabend bis 13 Uhr,

25. Und 26.12. geschlossen.

Wo?
Fußgängerzone zwischen Südermarkt und Nordermarkt
24937 Flensburg

Dänisches Weihnachtsbier

Das dänische Weihnachtsbier (Julebryg), kann auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Auf dem Land wurde früher zur Weihnachtszeit ein besonders gutes und starkes Bier gebraut, das zu dem fetten Essen dieser Jahreszeit passte. Die modernen dänischen Weihnachtsbiere werden mit großen Mengen dunklen meist karamellisierten Malz und exotischen Zutaten wie Anis, Vanille, Zimt, Schokolade, Heidelbeeren oder Lakritze gebraut. Der typische süßliche Geschmack ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, passt aber wirklich prima zur kalten Jahreszeit. Verkaufsstart ist immer am ersten Freitag im November, dem J-Day, um genau 20:59 Uhr.