Lowlands

Für Single-Malt-Freunde hat die Whiskyregion der Lowlands zurzeit noch drei aktive Destillen zu verzeichnen. Neben Glenkinchie, in der Nähe von Edinburgh sind dies Auchentosan und als kleinste Destille der Region Bladnoch. Hin und wieder tauchen Whiskys der 1993 geschlossenen Destille Rosebank zu teilweise astronomischen Preisen auf. Neben der Malt-Whisky-Produktion befinden sich in den Lowlands noch etliche Grain-Whisky-Produzenten.

Die Region Lowland liegt im Süden Schottlands direkt an der Grenze zu England.

Sonnenuntergang in Edinburgh über Newhaven

Edinburgh/Newhaven

Die Whiskys aus der Region Lowlands sind mild, häufig fruchtig und weich, getorfte Whiskys mit rauchigem Aroma findet man hier eigentlich gar nicht. Der größte Teil der Produktion dieser Region wird für Blends verwendet.

Außerdem sind die Whiskys (wenn sie nicht gefärbt sind) heller als die Vertreter der anderen Regionen. Lowland Wiskys sind vom Charakter her den irischen Whiskys sehr ähnlich, bei Auchentosan wird sogar, wie in Irland üblich dreifach gebrannt.

Aufgrund Ihres leichten Charakters werden die Lowland-Whiskys von den Schotten gerne als Breakfast-Whisky bezeichnet.

 

Auchentoshan

Auchentoshan Brennerei

Auchentoshan Brennerei

Auchentoshan liegt unmittelbar in der Nähe der größten schottischen Stadt, Glasgow. Sie ist nicht nur eine der wenigen verbliebenen Lowland-Brennereien, sondern zeichnet sich auch durch ein Produktionsverfahren aus, dass man sonst nur von irischen Whiskys kennt: Hier wird alles dreifach gebrannt.

Steckbrief

NameAuchentoshan
BedeutungEcke des Feldes
LandSchottland
RegionHighlands
EigentümerBeam Suntory Inc
Webseitehttp://www.auchentoshan.com
Gegründet1823
Produktionsvolumen1.500.000 l
Auchentoshan Stills

Auchentoshan Stills

 

Besonderheiten

Die Brennerei Auchentoshan unterscheidet ein Schritt im Produktionsprozess von allen anderen schottischen Whiskyherstellern: Hier wird jeder Tropfen Whisky dreifach destilliert. Der Rohalkohol ist dadurch reiner und das Endprodukt ist weniger „scharf“. Die Whiskys sind entsprechend leicht und weich.

Noch etwas war für mich als Besucher außergewöhnlich: Normalerweise wird am Ende einer Führung Whisky verkostet. Wer dabei in die Tasting-Drams etwas anderes als ein paar Tropfen Wasser mischt riskiert alles zwischen einem empörten Blick und einem Rauswurf. Nach der Tour bei Auchentoshan bekommen die Besucher nach dem ersten Dram einen kleinen orangen Becher mit einem Whisky-Cocktail. Richtig gelesen, der gute Single-Malt wird mit ein paar süßen und fruchtigen Zutaten und einem Schuss Ale zu einem Cocktail verarbeitet. Das lässt den Puristen zwar spontan graue Haare wachsen, ist aber nicht unlecker.

Auchentoshan Tasting room

Auchentoshan Tasting room

Leckere Tropfen

Auchentoshan American Oak: Der Standard-Whisky dieser Brennerei. Leicht, deutliche Vanille, etwas grüner Apfel und ein Hauch Karamell.

Auchentoshan 18 Jahre: Süß, blumig, saftige Zitrusnoten, weich und rund und ein langer Abgang. Eigentlich bin ich kein Freund dieses Whisky-Stils, der 18-jährige hat mir aber auf Anhieb gefallen. Sanft, süß und fruchtig in perfekter Harmonie. Ein sehr guter Einstiegswhisky, der wahrscheinlich fast jedem schmeckt.

Auchentoshan Mash Tun

Auchentoshan Mash Tun

 

Auchentoshan Warehouse

Auchentoshan Warehouse

 

Glenkinchie

Glenkinchie Tasting

Glenkinchie Tasting

.Steckbrief

NameGlenkinchie
BedeutungName der Familie (de Quincy) im Lowland-Dialekt, auf deren Land die Brennerei gebaut wurde.
LandSchottland
RegionLowlands
EigentümerDiageo
Webseitewww.discovering-distilleries.com/glenkinchie/
Gegründet1825
Produktionsvolumen2.000.000 l
Glenkinchie Brennerei

Glenkinchie Brennerei

 

Besonderheiten

Glenkinchie besitzt mit einem Fassungsvermögen von knapp 31.000 Litern die größte Washstill aller schottischen Whiskybrennereien. Wer die Destille besucht, sollte sich das Museum in der alten Mälzerei ansehen. Dort wird unter anderem an einem liebevoll mit vielen Details nachgebauten Modell der Prozess der Whiskyherstellung Schritt für Schritt erklärt. Die Whiskys von Glenkinchie sind, wie alle Lowland-Whiskys, alle sehr weich und leicht und etwas trocken.

Fast jede Brennerei in Schottland hat früher einen vierbeinigen Angestellten. In den Zeiten als noch selbst gemälzt wurde, haben die Hunde das kostbare Malz von Ratten befreit. Auch bei Glenkinchie gab es im Laufe der Jahre diverse Hunde mit dieser Aufgabe. Der Einfachheit wurden alle angestellten Hunde immer Bruce genannt.

Wer die Brennerei besichtigt, kommt auf dem Weg an einer Glocke vorbei. Diese wurde früher vom Manager der Destille bei Schichtbeginn und -ende geläutet um die Mitarbeiter zu versammeln.Als Motivation wurde ein Dram ausgeschenkt, aber keine Whisky, sondern Rohalkohol direkt aus der Destillation. Das ist schottisch sparsam. Die Arbeiter der Mälzerei erhielten zusätzlich stündlich einen Pint Ale, wegen der schweißtreibenden Arbeit. Gut, dass die meisten Arbeiter nur einen kleinen Hügel besteigen mussten um in die Mitarbeiterhäuser der Brennerei zu kommen. Nach einer 12-Stunden-Schicht mit 12 Pints Ale und 2 Drams Rohalkohol war das wohl manchmal schwer genug.

Glenkinchie Visitorcenter

Glenkinchie Brennerei-Modell im Visitorcenter

Leckere Tropfen

Glenkinchie 12 Jahre: Die Standardabfüllung von Glenkinchie, malzig, trocken, leichte Vanille- und Zitrusnoten. Sehr leichter Whisky, der auch gut als Aperitif geeignet ist.

Glenkinchie Distillers Edition Double Matured: Dieser Whisky wird Amontillado-Sherry-Fässern nachgereift. Deutliche Süße und Vanillenoten, malzig, nach Honig.Die Sherryfässer tun diesem Whisky sehr gut und verleihen ihm deutlich mehr Komplexität.

Glenkinchie Eingang

Glenkinchie Eingang