Wo: Ungarn, Budapest
Wann: März 2012

Noch scheint der Frühling in weiter Ferne. Hier und da liegt Schnee auf Budapests Plätzen, von frischem Grün an Bäumen und Straßenrändern keine Spur. Wer im ausklingenden Winter dennoch Grün in Ungarns Hauptstadt sehen will, muss schon auf die Suche gehen – und wird von der Freiheitsbrücke bis zum Budapest-Cocktail einiges finden.
Stehen bleiben und staunen. Ein Abendspaziergang über die grün gestrichene Freiheitsbrücke dauert beim ersten Mal länger als geplant. Zu beeindruckend ist der Blick auf die beleuchtete Stadt, die benachbarten Donaubrücken und die strahlende Freiheitsbrücke selbst. Mit 333 Metern Länge ist die Szabadság híd (so ihr ungarischer Name) etwas kürzer als die bekannteste der neun Budapester Brücken – die imposante Kettenbrücke mit den Löwenstatuen.

Budapest01_BrueckeWas draußen noch nicht wächst, wuchert immerhin drinnen an der Wand des Fruccola Juice Cafés am Kristóf tér 3. Farne und andere Pflanzen stecken in den einzelnen Taschen des ungewöhnlichen Wandschmucks. Handtellergroße Blätter und zarte Ranken bilden ein lebendiges Kunstwerk, unter dem der frisch gepresste Saft und das Grillgemüse noch mal so gut schmecken.

Budapest02_Pflanzentaschen
Niedrige Temperaturen bedeuten gleichzeitig eine niedrige Anzahl Touristen. Und immer wieder dient die Kälte auch als gute Ausrede, sich in Kaffeehäusern oder Shopping Malls aufzuwärmen. Am luxuriösesten geht das im New York Café, Erzsébet körút 9-11, das im wahrsten Sinne des Wortes ein funkelndes Goldstück ist. Am weitläufigsten hält das Westend City Center warm – mit seinen 400 Shops, die sich nur wenig von deutschen Geschäften unterscheiden.


„Gözölgö-Fesztival“ steht in großen Buchstaben am Eingang der Budenstraße Nähe Deák Ferenc tér. So ein lustiges Wort macht natürlich neugierig. In den rund 15 Holzhütten gibt es vor allem Heißgetränke, von Kaffee-Spezialitäten über Tee bis Glühwein und Glühbier. Auch Suppen sind im Angebot und das noch warme Süßgebäck kürtös kalács (Baumstriezel). Benutzte Becher und Servietten landen anschließend in den knallig grünen Mülltonnen aus Pappe. Und mit ein paar Klicks im Web klärt sich bald auch der Festivalname: gõzölgõ heißt dampfend.


Was wäre eine Markthalle ohne grünes Gemüse? Gurken, Zucchini, Kohlrabi und in Ungarn natürlich jede Menge Paprika. Ein Bummel durch die Zentrale Markthalle (Központi Vásárcsarnok) an der Vámház körút gehört zum Pflichtprogramm jedes Budapest-Touristen. Das luftige Gebäude aus Stahl und Glas wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und 1993/94 originalgetreu renoviert. Öffnungszeiten: Mo 6-17, Di-Fr 6-18, Sa 6-15 Uhr.

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Zartes Lindgrün in der U-Bahn, das beruhigt und lenkt von den vielen Roststellen an den teilweise sehr alten Waggons ab. Immerhin ist die Metró Budapest (nach der London Underground) die zweitälteste U-Bahn in der Welt – und gerade das macht sie so charmant. Mit dem Dreitagesticket zu 3.850 Forint (rund 13,30 Euro) fährt man bequem im 5-Minuten-Takt durch die Stadt und kann auch Busse und Straßenbahnen benutzen.

Budapest06_U-Bahn
Zum Abschluss noch ein Cocktail in der modernen Paris Budapest Bar des Sofitels, Széchenyi István tér 2, mit unschlagbarem Blick auf die Kettenbrücke. Da kann nur das Giftgrün des „Budapest Special“ noch aus der Entspannung reißen. Hätte man sich aber denken können, bei den in der Karte beschriebenen Zutaten: Wodka, Zitronensaft, Apfelsaft und Melonenlikör. Genial.

Budapest07_Cocktail

Text: Petra Nickisch – www.lichttexte.de

Sommergrün

Mit der Donauinsel Margitsziget hat Budapest im Sommer eine 2,5 Kilometer lange grüne Oase mitten in der Stadt. Das Stadtwäldchen Városliget ist beliebt für Spaziergänge und der sich steil am Westufer der Donau erhebende Gellértberg will über gewundene Wege erklommen werden.