Wo: Deutschland, Bleckede
Wann: Juni 2012

Nicht Justin Bieber, sondern die gleich klingenden Nager bringen im niedersächsischen Bleckede Mädchenherzen zum Schmelzen. Den Stars des Infozentrums Biosphaerium Elbtalaue kommen sie nämlich richtig nah. Bis ins Schlafzimmer lassen die beiden jungen Biber ihre Besucherinnen gucken. Davon wäre Justin wohl nicht so begeistert …

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Die Biber dagegen scheinen die Menschen auf der anderen Seite des Fensters, das ihren Wohnkessel vom Ausstellungsraum trennt, nicht zu stören. Wichtiger ist es ihnen, den bequemsten Platz zu finden. Sie drehen und wenden sich, bis ihr geschuppter Schwanz, auch Kelle genannt, nicht mehr im Weg liegt und sie die kuscheligste Schlafposition erreicht haben. Noch gelingt das leicht, aber wenn sie ausgewachsen bis zu 30 Kilogramm schwer und bis zu 1,30 Meter lang sind, könnte es etwas komplizierter werden.
Mehr Bewegungsfreiheit bietet dann der Außenbereich. Die knapp 1.000 Quadratmeter große Biberanlage besteht aus einem Teich, der ihn umgebenden Landfläche und der Biberburg aus Stämmen und Zweigen. Hier draußen zeigen sich die Biber beim Schwimmen und Holzfällen. Besonders gut lassen sie sich von der angrenzenden Dachterrasse aus beobachten oder vom Aussichtsturm, der sich 20 Meter hoch über das Ausstellungsgelände im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue erhebt.


Auch in Freiheit sind die Elbe-Biber, die in dieser Region seit 1819 als ausgestorben galten, wieder anzutreffen. Vor gut zwanzig Jahren kehrten sie von der mittleren Elbe bei Dessau in die niedersächsische Elbtalaue zurück und vermehrten sich seitdem auf über 500 Tiere. Wie sie leben und welche Besonderheiten ihr Körperbau aufweist, erklären die Exponate und drei kurze Filme in der Biosphaerium-Ausstellung. Dabei kommen auch die kräftigen Schneidezähne der Biber zur Sprache, die ganz und gar nicht blitzblank weiß sind – wie die von Justin – sondern bräunlich und ständig nachwachsend.

Text und Fotos: Petra Nickisch, www.lichttexte.de

Storchenstraße

Durch Bleckede führt die Deutsche Storchenstraße, eine naturkundliche Ferienroute. Entlang der Strecke geben Informationstafeln Einblicke in das Leben der Störche, Nesttafeln an allen Horsten führen den Bruterfolg der letzten Jahre auf. Ein Storchenpaar wird bei der Aufzucht seiner Jungen sogar gefilmt und das Geschehen im Nest live in das Informationszentrum Biosphaerium Elbtalaue übertragen.