Wo: Grönwohld, Deutschland
Wann: Mai 2014

Vielleicht hat es den einen oder anderen schon auf die „Über Spinagel“-Seite verschlagen. Für alle, die diese Seite noch nicht gelesen haben, und sich schon immer gewundert haben was zum Geier Spinagel sein soll, hier die Erklärung:

In der NDR-Serie „Neues aus Büttenwarder“ leben die beiden Freunde und Hauptdarsteller Arthur „Adsche“ Tönnsen (Peter Heinrich Brix) und Kurt Brakelmann (Jan Fedder) ein idyllisches Dorfleben im fiktiven Ort Büttenwarder. Es könnte hier ruhig und beschaulich sein, wenn nicht hin und wieder kleine Nickeligkeiten zwischen Adsche und Brakelmann aufpoppen würden, bei denen es meistens um das liebe Geld geht. Da die beiden bei der Jagd nach den Euros recht kreativ sind, kommen auch einige skurrile Erfindungen von ihnen, die einen gewissen „Nennwert“ haben sollten. Eine dieser Erfindungen ist der Namensgeber dieser Seite, der Spinagel, eine Kreuzung aus Spinat und Spargel.

Schon seit Jahren steht es auf meiner To-do-Liste, die Heimat der Serie zu besuchen. Dieses Jahr ist es endlich soweit, wir machen uns auf an die Hauptdrehorte von Neues aus Büttenwarder. Vor allen Dingen, um im Dorfkrug auf Brakelmanns Platz zu sitzen und wie er „Lütt un Lütt“ (kleines Bier und ein Korn) zu trinken.

Gasthof Unter den Linden GrönwohldDer Dorfkrug heißt eigentlich „Gasthof unter den Linden“ und steht im Ort Grönwohld, nördlich von Trittau. Als wir auf den Parkplatz des Dorfkrugs abbiegen, kommt uns alles seltsam bekannt vor, also nichts wie rein und den Tresen entern.

Eingang Dorfkrug

Kurz hinter der Eingangstür scheint die Zeit stehen zu bleiben. Eine Ehrenurkunde der Holsten-Brauerei dankt den Inhabern für 25-jährige Treue. Das hört sich nicht besonders alt an? Stimmt, die Urkunde trägt aber das Datum 1. Mai 1976.

Urkunde DorfkrugDrinnen sieht es genauso aus, als wären Adsche und Brakelmann gerade aufgestanden und mit ihrem Mofa und dem Traktor von Fendt vom Hof geritten. Nur leider scheinen die beiden auch Shorty, den Wirt mitgenommen zu haben.

Tresen Dorfkrug Büttenwarder

Also setze ich mich nach ein paar Fotos zu den anderen Gästen nach draußen und bestelle brav mein alkoholfreies Lütt un Lütt. Ich bin ja schließlich mit dem Auto da.

Lütt un LüttDer Hahn vom Nachbarhof kommt uns noch kurz inspizieren. Mit hoch aufgestelltem Kamm stolziert er über die Straße, hüpft auf die Gartenmauer, guckt sich kurz um und stößt ein deutliches Kikeriki aus, um dann betont lässig herunterzuhüpfen und uns einmal zu umkreisen. Das könnte glatt eine Szene aus Büttenwarder sein.

Hahn in Grönwohld (c) spinagel.deAuf zum nächsten Drehort, dem Hof von Kurt Brakelmann. Der Hof gehört im wirklichen Leben dem gut 90-jährigen Herrmann, der während der Dreharbeiten in ein Hotel ausquartiert wird und wahrscheinlich jedes Mal den Kopf schüttelt, was der NDR an seinem Hof wohl so besonders findet. Zum Dreh muss das Team vom NDR auch immer einen Kühlschrank mitbringen, so was hat Herrmann nicht. Die letzten Jahrzehnte reichte die Speisekammer doch auch und außerdem schlucken diese neumodischen Dinger viel zu viel Strom.

Brakelmanns Hof (c) spinagel.de

Noch ein kurzer Blick um die Ecke, bevor es uns wieder in die reale Welt zieht, und da sehe ich ihn, den alten Fendt. Er ruht sich in der Sonne hinter einer alten Eiche aus und wartet darauf, dass Brakelmann die Landserkappe aufsetzt, ausreichend vorglüht und dann ganz gemächlich in seinen Dorfkrug treckert, um da die nächste Runde Lütt un Lütt zu bestellen.

Brakelmanns Fendt (c) spinagel.de

 Text und Fotos: Boris Kohnke

Neues aus Büttenwarder

Seit der Erstausstrahlung am 16.01.2001 wurden insgesamt 55 Folgen der NDR-Kultserie aus dem fiktiven Dorf Büttenwarder gedreht. Die Originalorte der Handlung liegen alle im Kreis Stormarn, östlich von Hamburg. Jede Folge ist 25 Minuten lang und wird zweisprachig produziert. Wer es ganz besonders authentisch haben möchte, sollte sich die plattdeutsche Version ansehen. Die Schauspieler synchronisieren sich selbst, nachdem die Folge auf hochdeutsch gedreht wurde. Für alle, die deutlich südlich der Elbe aufgewachsen sind, kann das Plattdeutsche aber zu massiven Verständnisproblemen führen.