Wo: Spanien, Andalusien
Wann: Sommer 2010

Schrrrrtt macht es, wenn mein neuer pinker Fächer in einem Rutsch aufschnappt. Jeder kühlende Luftzug im heißen Andalusien zählt, das habe ich schnell von den spanischen Señoras in Córdoba gelernt. Auch einige Männer fächeln sich Wind zu.Brunnen in Granada (c) spinagel.de

In Sevilla, bei über 40 Grad, geht es ebenfalls kaum ohne dieses seit Jahrhunderten modische Hilfsmittel, das an jeder Ecke zu bekommen ist. So wie die unzähligen Tapas, die es in Granada sogar gratis zum Bier gibt. Muchas gracias, aber den kleinen Schnecken, die per Zahnstocher aus ihren Häusern in unsere Münder wandern sollen, können wir nichts abgewinnen. Schon gar nicht, nachdem wir in Ronda, einem der größten „weißen Dörfer“, durch das im August bereits Michelle Obama bummelte, für nur 75 Cent den besten Ensalada rusa (Kartoffelsalat mit Thunfisch) gegessen haben.

Cordoba (c) spinagel.de

Meine liebste neue Gastrovokabel ist tinto de verano – Sommerrotwein, gemixt aus Wein und Zitronenlimo, wie gemacht für den spanischen Feierabend. Und der wird gefeiert! Mit vielen Snacks und lautem Geschnatter. Ruhig sind die Spanier nur, wenn sie in der prallen Sonne ihr Weltkulturerbe, die Alhambra besichtigen. Dann staunen sie einfach über die Schönheit ihrer arabischen Palastanlage. So wie wir.

Text: Petra Nickisch
Fotos: Boris Kohnke

Andalusische Patios

Córdoba schmückt sich – mehr noch als mit Kacheln – besonders gern mit Unmengen von Blumentöpfen. Überall rankt und blüht und grünt es. Die Balkone, die Häuserwände und vor allem die Patios, quellen über vor liebevoll gepflegter Bougainvilleas und in allen Rottönen blühender Geranien. Anfang Mai, zum Festival de los Patios, öffnen die Cordobeser ihre beblumten Innenhöfe auch für Besucher.